Flüchtlingsprojekt

Seit Juli 2016 betreuen und unterstützen wir bis zu 17 junge, unbegleitete Flüchtlinge im Alter von 16 bis 21 Jahren. Sie leben in unserem Wohnheim der Fachschulen für Sozialpädagogik, teilen sich gemeinsam mit den dort lebenden 25 deutschen Schülerinnen und Schülern, die im gleichen Alter sind, die Gemeinschaftsräume und Küchen und nehmen am Alltagsleben des Wohnheims teil. Individuelle soziale Beratung und Orientierungshilfe erhalten sie von pädagogischen Mitarbeiterinnen mit teilweise langjährigen Erfahrungen im interkulturellen Bereich.
Gesetzliche Grundlage für die ambulante Betreuung der jungen, unbegleiteten Jugendlichen im Wohnheim ist das SGB VIII §§ 30 und 34. Bewilligt und finanziert wird die Hilfe durch das für den Jugendlichen jeweils zuständige Jugendamt.

Als Rashid, 17 Jahre alt, nach einer langen, kräfte- und nervenzehrenden Flucht aus seinem Heimatland in Hamburg ankam, fühlte er sich sehr verunsichert und ängstlich. Wird er sich in diesem ihm so fremden Land zurechtfinden? Wann wird er seine Familie wiedersehen? Wo führt ihn seine Reise noch hin? Kann er hier bleiben?

Unbegleitete junge Flüchtlinge sind ohne ihre Familien vor Krieg, Verfolgung, Vertreibung oder Hunger aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflüchtet. Sie brauchen in ganz besonderer Weise Begleitung und Hilfe bei der Organisation und Bewältigung ihres Alltags in der für sie fremden Umgebung. Und sie brauchen Hilfe bei der Aufarbeitung ihrer Fluchtgeschichte und traumatischen Erlebnisse. Ein Neustart in der Fremde ist für niemanden einfach.

Auch Rashids bisherige Pläne haben keine Gültigkeit mehr. In seinem Heimatland wollte er Medizin studieren und Arzt werden, um Menschen zu helfen. Jetzt, in Hamburg, braucht er selbst Hilfe: bei seiner Zukunftsgestaltung, beim Ankommen, beim Verstehen.

Mit unserem integrativen Projekt des Zusammenlebens bieten wir jungen Flüchtlingen eine Chance dazu, nach ihrer ersten Zeit in Deutschland die nächsten Schritte zur Eigenständigkeit mit eigenem Wohnraum bis hin zum festen Job zu üben. Dazu gehört, die Eigenverantwortlichkeit zu festigen, damit sie in allen Alltagsangelegenheiten, was das Leben in Hamburg betrifft, fit sind.
Ziel unseres Angebotes ist es, den jungen geflüchteten Menschen Orientierung zu geben, sie bei ihrer Lebens- und Zukunftsgestaltung zu begleiten, sie zu stärken und ihnen zu einem gelingenden Leben zu verhelfen. Wichtig ist es uns, ihnen die Ausübung und Pflege ihrer Kultur und Religion im Rahmen eines friedlichen Miteinanders im Wohnheim zu ermöglichen sowie Toleranz und Respekt zu leben.

Jede/r hat seinen abgeschlossenen Wohnraum als eigenen Rückzugsort. Zudem befinden sich die Büros der sozialpädagogischen und psychologischen Fachkräfte ebenfalls im Wohnheim. Die jungen Flüchtlinge können so häufig vorbeikommen, wie sie Hilfe brauchen. Diese Integration von Leben, Wohnen und Beratung bietet eine große Flexibilität entsprechend den Bedürfnissen des Einzelnen.

Rashid hat inzwischen ein sechswöchiges Pflege-Praktikum in einer unserer Tagespflegen für Senioren absolviert. Die Arbeit mit alten Menschen hat ihm Spaß gemacht. Und er hat für sich festgestellt, dass er hier eine Zukunft haben kann. Vielleicht nicht gleich als Arzt, aber trotzdem nah am Menschen, hier kann er helfen. Er macht jetzt eine Ausbildung zum Gesundheits- und Pflegeassistenten in der Auguste-Viktoria-Stiftung.

 

Aktuelles

Durch Erweiterung unseres Angebotes und Auszug von jungen unbegleiteten Flüchtlingen in...

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Ambulant betreute Jugendwohnung Alten Eichen
Wördemanns Weg 19
22527 Hamburg

Tel. 040 / 5487 1400
Fax 040 / 5487 1409
E-Mail: jugendwohnung[at]diakonie-alten-eichen[dot]de

Ich berate Sie gerne

Helga Kasemann
Projektleiterin

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